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Predigttext

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Sonntagspredigt vom 02.08.2020

Zwischen Realität der Verzweiflung und Hoffnung (Jeremia 32, 6 – 15 )

6 Und Jeremia sprach: Es ist des Herrn Wort zu mir geschehen:
7 Siehe, Hanamel, der Sohn Schallums, deines Oheims,
wird zu dir kommen und sagen:
Kaufe du meinen Acker in Anatot; denn dir kommt es zu,
ihn einzulösen und zu kaufen.
8 Da kam Hanamel, meines Oheims Sohn, wie der Herr gesagt hatte,
zu mir in den Wachthof und sprach zu mir:
Kaufe doch meinen Acker in Anatot, der im Lande Benjamin liegt;
denn dir kommt es zu, ihn zu erwerben und einzulösen; kaufe du ihn!
Da merkte ich, dass es des Herrn Wort war,
9 und kaufte den Acker von Hanamel, meines Oheims Sohn, in Anatot, und wog ihm das Geld dar, siebzehn Schekel Silber.
10 Und ich schrieb einen Kaufbrief und versiegelte ihn
und nahm Zeugen dazu und wog das Geld dar auf der Waage.
11 Und ich nahm den versiegelten Kaufbrief nach Recht und Gewohnheit und die offene Abschrift
12 und gab den Kaufbrief Baruch, dem Sohn Nerijas, des Sohnes Machsejas, in Gegenwart Hanamels, meines Vetters, und der Zeugen,
die unter dem Kaufbrief geschrieben standen, und aller Judäer, die im Wachthof sich aufhielten,
13 und befahl Baruch vor ihren Augen:
14 So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels:
Nimm diese Briefe, den versiegelten Kaufbrief samt dieser offenen Abschrift, und lege sie in ein irdenes Gefäß, dass sie lange erhalten bleiben.
15 Denn so spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels:
Man wird wieder Häuser, Äcker und Weinberge kaufen in diesem Lande.
Quelle: Luther 2017
Einleitung: Viele Leute fragen Gott in der Realität einer Heimsuchung (Unglück, Katastrophe) wie Covid-19: „Gott! Warum ereilt mich / uns solches Leid?“
Aber wir müssen die Frage jetzt anders stellen.
Wir müssen nicht Gott, sondern uns selbst die Frage etwa so stellen:
„Was haben wir getan?“
Auch wenn wir bei einer Heimsuchung einer Infektionskrankheit wie Covid-19 betroffen sind, Schwierigkeiten und Probleme haben, ist es notwendig, dass wir die gegenwärtige Realität richtig betrachten.
Wenn man erst weiß, woher der Fehler kommt, kann man – auf Grundlage eines nüchternen Urteils über die Realität – den richtigen Lösungsansatz finden.
Heute wollen wir die Fortsetzung von letzter Woche „Der Untergang des judäischen Volkes“, wie ein Einzelner und ein Volk, die sich in der schlimmsten Situation befinden – die Reaktion des judäischen Volks und die Tat des Propheten Jeremias – genauer betrachten.
Wir wollen uns dadurch unsere gegenwärtigen Situation vor Augen halten und uns austauschen, wie wir solch eine Situation bewältigen können.
Jeremia und die falschen Propheten: Jeremia sah, dass das judäische Volk, angefangen vom König bis zum Volk, nicht nach Gottes Wort lebte und verkündigte daraufhin die Botschaft der „Buße und des Gerichts“.
In der Nachricht, dass Babylon Assyrien geschlagen hatte und nun nach Palästina kommt, sah Jeremia „Gottes Gericht“.
Das Volk hatte sich von Gottes Wort entfernt und es hörte nicht auf die Botschaft der Buße (Umkehr).
Mit den Augen eines Propheten wird er die Situation, als das Urteil „Jetzt kommt, was kommen musste“ gesehen haben.
Daher hielt Jeremia die berühmte „Tempelrede“, die in Jeremia 26 beschrieben wird.
Für die Judäer waren seine Worte Worte, die nie hätten ausgesprochen werden dürfen, quasi ein Tabubruch, gleichbedeutend wie „der Tempel bricht zusammen und geht unter“.
Wegen dieser Tempelrede sollte Jeremia dem Gericht überantwortet und zum Tode verurteilt werden, aber dank der Weisheit seiner Verteidiger entkam Jeremia dieser kritischen Situation.
Das Volk wollte nicht die Botschaft des Gerichts hören.
Sie taten keine Buße – sie kehrten nicht um.
Und trotzdem wollten sie den Gottes Segen empfangen.
Solch eine Situation machten sich falsche Propheten zu Nutze, indem sie anfingen, aktiv zu werden.
Jeremia mit seiner Botschaft war entschlossen.
„Ihr habt vor Gott gesündigt und nicht Buße getan (seid nicht umgekehrt).
Deswegen wird der babylonische König Nebukadnezar (in das Land) einfallen, den Tempel zerstören und euch in Gefangenschaft nehmen. Wenn ihr euer Leben retten wollt, dann ergebt euch und kapituliert.
Wenn ihr euch bereitwillig ergebt, dann könnt ihr wenigstens euer Leben retten.“
Da sprach Hananja, einer der falschen Propheten, stellvertretend für die anderen, folgende Worte:

Jeremia 28, 2 – 4 2 So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels:
Ich habe das Joch des Königs von Babel zerbrochen!
3 Ehe zwei Jahre um sind, will ich alle Geräte des Hauses des Herrn,
die Nebukadnezar, der König von Babel, von diesem Ort weggenommen und nach Babel geführt hat, wieder an diesen Ort bringen;
4 auch Jechonja, den Sohn Jojakims, den König von Juda,
samt allen Weggeführten aus Juda, die nach Babel gekommen sind,
will ich wieder an diesen Ort bringen, spricht der Herr,
denn ich will das Joch des Königs von Babel zerbrechen.
Quelle: Luther 2017
Das (judäische) Volk wollte nicht auf Jeremias Worte hören.
Die Judäer suchten Propheten, die ihnen Worte sagen, die ihnen angenehm waren; sie wollten Trost erfahren.
Sie konnten der Realität nicht nüchtern ins Auge sehen, sie reflektierten nicht, um zu schauen, wo „der Haken liegt“, sie wollten nur wohlklingende Worte hören und suchten solche.
Sie wollten nicht Jeremias Prophezeiung hören.
Obgleich sie den Niedergang ihres Landes vor ihren Augen hatten, konnten sie die (drohende) Realität nicht erkennen und sie sahen auch nicht wie viele große Sünden sie vor Gott begangen hatten.
Für die Leute war Jeremia ein Störenfried, eine unbequeme Person, die Worte ausspricht, die ihnen nicht angenehm waren.
Viele Menschen dachten, dass Jeremia den Tempel zerstören will und hielten seine Botschaft für Gotteslästerung. Andere wiederum meinten, dass Jeremia ein Spion war, der von Babylon gekauft worden war und das judäische Volk betrügen wolle.
Aber was war Jeremia (tatsächlich) für ein Mensch gewesen?
Er war ein Prophet, der wie kein anderer das Volk geliebt und gewollt hatte, dass es zu Gott zurückkehrt.
Er hatte aus Liebe die prophetische Botschaft verkündet, aber je mehr er verkündete, desto mehr hasste das Volk Jeremia.
Sie kamen nicht auf die Idee, dass Gott durch Jeremia sprach.
Jeremia ruft weinend zu Gott.
„Gott! Was soll das? Ich verkündete aus Liebe zum Volk, die Worte, die Du mir aufgetragen hattest, aber was ich im Gegenzug dafür erhalte
sind: Fluch, Morddrohungen und Hass. Ich werde nicht noch einmal Dein Wort verkünden.
Und obwohl er so gebetet hatte, loderte seine Liebe zu Gott und zum Volk wieder auf und er sagte: „Ich kann nicht anders, als Dein Wort wieder zu verkünden.“
Taten der Hoffnung: Die heute gelesene Bibelstelle mit dem Ausruf Jeremias „Der Untergang des Tempels und das Gericht“ geht nicht mit dem Gericht zu Ende, sondern es bedeutet vielmehr, dass wir mit einer neuen Hoffnung nach vorne schauen sollen.
Jeremia verlor auch in dem Untergangsszenario nicht die Hoffnung.
Diese Hoffnung war nicht wie die „Leere Hoffnung“, die „Nichtige (eitle) Hoffnung“, die das Volk besaß.
Judäa ging unter, der Tempel war zusammengebrochen und unzählig viele Menschen waren in Gefangenschaft geraten – in dieser verzweifelten Lage – folgte Jeremia Gottes Wort, indem er in seiner Heimat „Anatot“ einen Acker kaufte.
Ein untergegangenes und verwüstetes Land, ein Land, das jetzt in die Hände der Heiden übergehen soll, dort einen Acker zu kaufen, war eine Tat, die mit dem gesunden Menschenverstand nicht nachvollziehbar war.
Aber dies war eine Tat der Hoffnung für die Gefangenen, dass sie nämlich in dieses Land wieder zurückkehren und leben konnten. Jeremia hatte diesen Gedanken nicht nur in seinem Herzen verwahrt, sondern er brachte durch die Aktion den Acker zu kaufen eine Überzeugung der Hoffnung.
Gläubige sind Menschen, die in Situationen der Verzweiflung Samen der Hoffnung entdecken. Wenn Menschen in Zeiten von Heimsuchungen nicht mehr wissen, in welche Richtung es gehen soll, sind Gläubige – Menschen, die im Gegensatz zu anderen Menschen vorausgehen und vorausschauen.
Auf diese Weise hat sich Jeremia in einer Realität der Verzweiflung als wahrer Prophet gezeigt, der durch Taten Hoffnung demonstriert hatte.
Was für eine Botschaft soll uns heute Jeremias Tat sein?
Die Situation, in der wir uns befinden: Die aktuelle Situation, in der wir uns befinden ist, wenn man es so betrachtet, eine Situation der Verzweiflung.
Viele Leute leiden unter dieser Situation, die Welt ist in einem Schockzustand.
Aber lasst uns die Realität, in der wir uns befinden, nüchtern betrachten und auf den Weg, den wir hinter uns gebracht haben, schauen.
Ist Covid-19 etwas Unbekanntes, was aus dem heiteren Himmel herunter gefallen ist?
Nein. Experten für das Ökosystem, Zoologen, Pathologen, Pathophysiologen und sogar Theologen haben uns unaufhörlich davor gewarnt.
Sie haben gesagt: „Wir befinden uns aktuell in einer schlimmen Klimakrise. Wenn wir unsere Lebensgewohnheiten nicht verändern, dann werden uns Klima bedingte Katastrophen und Infektionskrankheiten unwiderruflich heimsuchen.“
Einzig und allein – wir haben nicht auf sie gehört (oder wir wollten sie nicht hören).
Eine Ansteckungskrankheit wie Covid-19, eine unvermeidliche Heimsuchung (Katastrophe), ist in den Augen der Experten „Nun, Jetzt“ gekommen.
Unaufhörlich konkurrieren, produzieren und konsumieren – in unserer Gesellschaft ist stets die Umwelt Gegenstand der Zerstörung und Ausbeutung gewesen.
Auch heute verschwinden durch Ausrottung und Aussterben aufgrund von Klimawandel und Zerstörung der Wälder täglich zahlreiche Tiere und Insektenarten.
Das Corona-Virus fügt uns nicht nur Schaden zu.
Den größten Benefit (Vorteil, Gewinn) von der Corona-Krise hat ironischerweise die „Natur“.
Dadurch dass in den vergangenen Monaten die Produktion und der Konsum eine Pause eingelegt hatten, konnten wir mit Freude hören, dass sich die Luft- und Wasserqualität verbessert und sich die Natur erholt hat.
Buße tun: Als Gott die Welt erschuf, gab ER uns nicht den Auftrag, die Natur zu zerstören.
Die Folge dafür, dass der Mensch angefangen hat, die Natur zu zerstören und zu schädigen, liegt darin, dass mit Eintritt der Sünde die Beziehung zu Gott und zum Menschen zerstört worden ist und es seit der daraus folgenden Vertreibung aus dem Garten Eden nur noch Konkurrenz(denken) füreinander vorherrscht.
Wir müssen jetzt umkehren.
Wie müssen Buße tun.
Nicht „Gott, warum gibst Du uns solches Leid?“, sondern wir müssen uns die Frage stellen: „Warum haben wir bis zu dieser Situation der Heimsuchung nicht reflektiert und zurückgeschaut?“
Durch Produktion und Konsum wird die Umwelt zerstört, Leben, das zerstört wird in dieser realen Welt – „Gott des Lebens“ – wo ist ER?
In der Welt von Produktion und Konsum, wo wir unseren Nächsten, den wir eigentlich lieben sollten, für einen Konkurrenten halten, die Natur zerstören und das Leben mit Füßen treten, müssen wir von unserem Gewinn(-Denken) in unserem durch Gottes Segen akzeptierten Glauben umkehren.
Von dort nennt die Bibel die Umkehr, in welcher Form auch immer, „Buße“.
Wen oder was beten wir an?
Lasst uns Buße tun und umkehren:
Ich will schließen.
Die heutige Realität, in der wir uns befinden, bezahlt einen teuren und bitteren Preis dafür, dass wir pausenlos unsere Natur und die Erde mit dem Vorwand der Urbarmachung unterschiedslos zerstören.
Aber wir können diese eine Hoffnung, dass Gott lebt, nicht verwerfen.
Auch wenn die gegenwärtige Situation bitter und schmerzhaft ist, hat Jeremia durch seine Tat, dass er in seine Heimat „Anatot“ zurückkehrt und einen Acker kauft, Hoffnung geschöpft und einen Beweis der Hoffnung hinterlassen.
Wir stehen aktuell zwischen der schmerzvollen Realität und einer neuen Hoffnung.
Was können wir an dieser Stelle tun?
Wenn Gott heute durch dieses Wort in euren Herzen Anklang gefunden hat, dann bitte ich Euch, eine Entscheidung zu treffen.
Lasst uns alle zusammen Buße tun.
Lasst uns unsere falschen Lebensgewohnheiten und unser Konsumverhalten richtigstellen und lasst uns unser Bestes geben, um unsere Situation zu verbessern.
Und lasst uns zusammen kommen, um Gottesdienste zu feiern.
Lasst uns unsern Gott des Lebens preisen, lobsingen und anbeten.
Es ist nicht zu spät.
Unser Herr des Lebens, der Leben geschaffen und uns mit Seinem Geist Leben eingehaucht hat, der unsere Gebete erhört, wird unsere Gottesdienste annehmen.
Wir wollen beten.

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